Alle auf diesen Seiten dargestellten Bilder sind unser geistiges Eigentum und dürfen nur mit unserer ausdrücklichen Genehmigung weitergegeben oder -verwendet werden.

sth-graphix, 2009

© by sth_graphix

 

 

 

 

Firmengeschichte der Familie Lohner bis Ende des 1. Weltkrieges

1811 kam Heinrich Lohner aus Deutschland nach Wien und erwarb 1821 als Wagenmeister das Bürgerrecht. Sein Sohn Jakob Lohner ( 1821-1892 ) gründete die Firma Jakob Lohner & Co. Unter der Leitung von Ludwig Lohner ( 1858-1925 ) nahm er im Jahre 1896 den Automobilbau in Floridsdorf auf (heutige Bombardier Transportation). Das Jahr 1823 gilt als Gründungsjahr des Unternehmens, dass auf verschiedenartige Transportmitteln setzte.

Der Wagenmeister Heinrich Lohner und der Sattlermeister Ludwig Laurenzi erkannten folgende„Marktlücke“: Zu der Zeit um 1823 war es nicht möglich, Pferdekutschen in nur einem Unternehmen anfertigen zu lassen. Da dies sehr umständlich war gründeten die beiden Querdenker die Firma Laurenzi & Lohner im heutigen 9., Wiener Gemeindebezirk, Porzellangasse 2 ein Unternehmen wo alles im Hause produziert wurde.

1863 verstarb Laurenzi und die Firma wird in „Jakob lohner & Co“ umbenannt (Heinrich Lohner Sohn). Die Wagenfabrik in Wien 9., Porzellangasse/Servittengasse leiteten die Brüder Jakob und Franz Lohner. Die Pferdekutschen konnten nun von der Planung bis zur fertigen Kutsche in dieser Werkstatt gefertigt und von dem Standort aus ausgeliefert werden.

Bei Ausstellungen in Paris, London, Rom, Moskau und anderen Orten erhielt die Firma sehr viel Ruhm für die gute Qualität. Dadurch waren Auslandsgeschäfte in allen Teilen der Welt die Folge. Das erste grosse Jubiläum gab es anlässlich des 10.000 Wagens im Jahre 1873 . Da die Räumlichkeiten in dem Werk zu klein wurden, dachte man nach zu Expantieren. Man suchte ein Grundstück in der Grösse von 38.000 m². Man fand ein Grundstück im damaligen Vorort von Wien „Neuleopoldau“ (heute „Donaufeld“) das man erwarb. Von 1876-1878 entstand auf dem Arial eine neue Wagenfabrik.

Hier entstanden folgende Gebäude:
Ein Gebäude mit der Radfabrikationen auf mechanischen Wege, ei Sägewerk mit Vollgattersäge sowie eine mechanische Holzbiegerei. Das zweite Gebäude beinhaltete eine Schmiede mit Gebläse inkl. 24 Schmiedefeuern und zwei Dampfhämmern. Weiters eine Schlosserei, Gießerei (Kupolöfen für Grau und Gelbguß und ein Maschinenhaus mit zwei Dampfmaschinen. Die Dampfmaschinen dienten zum Antrieb von rund 90 - 100 Werkzeugmaschinen über eine sogenannte Transmission.

Im Jahre 1887 wurde die Leitung der Firma auf den Sohn Jakob Lohner (Vater Ing. Ludwig Lohner) übertragen. Der neue Name der Firma lautete: „Jakob Lohner & Co“. Im Jahre 1890 war ein Jubiläumsjahr der Firma, da der 20.000ste Wagen ausgeliefert wurde. Der Betrieb erhielt 1892 die Auszeichnung (Prädikat)„k.u.k Hofwagenfabrik“, wodurch der Betrieb wirtschaftlich aufgewertet wurde. Durch den Umbruch der Fahrzeugwelt und der Motorisierung verzeichnete die Firma in den Jahren 1896-1898 Auftragsrückgänge. Der Automobilmarkt steckte noch in den Kinderschuhen und Ludwig Lohner erinnerte sich an die Wurzeln des Betriebes. Ludwig Lohner erwarb in Frankreich ein Automobil der Marke „Peugeot“ mit einem 4 PS-Zweizylinder-V-Motor mit einer Glührohrzündung und Gubernallenkung. In der österreichisch-ungarischen Monarchie gab es nur (!) 4 Fahrzeuge dieses Typs, wobei Lohner das 1. Fahrzeug in Wien besaß. Ludwig Lohner war so fasziniert und kam zu dem endgültigen Entschluss, Automobile zu bauen. Neben Diesel und Benzinmotoren beschäftigte sich die Firma auch mit Elektromobilen.

Der bis dato unbekannte Ing. Ferdinand Porsche nahm bei Lohner
maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung. Das Ergebnis ließ sich sehen, denn zwischen 1900-1906 wurde der „Lohner-Porsche“ in verschiedenen Versionen gebaut. Ein Rechtsstreit um das Patent und hohe Entwicklungskosten waren die folge der Trennung zwischen Lohner & Porsche. Porsche verließ das Unternehmen und übernahm den Dienstposten bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt als technischer Direktor und Chefkonstrukteur. Nicht nur Kutschen und Automobile fertigte die Firma Lohner. Ein weiteres Aufgaben Gebiet waren Busse, Karosserien und Anhänger. Lohner machte einen ersten Schritt in der Entwicklung, und fertigte den ersten Oberleitungsbus mit dem Namen „Lohner-Stoll-O-Bus“, benannt nach dem Konstrukteur Stoll. Mit diesem O-Bus wurden Linien in Niederösterreich, Böhmen, Schweiz, Deutschland, Ungarn, Frankreich und Algerien betrieben. Die Firma Lohner fertigte ebenfalls für die Firmen Gräf & Stift und Steyr die Karosserie, da diese Firmen zu damalige Zeiten keine Karosseriefertigung für die Personenwagen hatten. Lohner wollte nicht die Formen des Karosseriebaus an die Kutschen anlehnen, sonder eine eigene Linie schaffen.

1909 begannen die Lohnerwerke mit dem Flugzeugbau. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs stellte Lohner 685 Land- und Wasserflugzeuge her. Am Anfang standen einige Prototypen, später (ab ca. 1912) bauten sie 36 Exemplare der weiterentwickelten Etrich Taube und ihre erfolgreichen Eigenentwicklungen, den Lohner Pfeilflieger und die Lohner Flugboote, ein Land- Wasserflugzeug mit 350 PS. Lohner war in Österreich-Ungarn einer der wichtigsten Flugzeugproduzenten und -entwickler. 1918 wurden von den Siegermächten die Werke zerstört und der Flugzeugbau verboten. Unter diesen Umständen und den verlorenen Absatzmärkten war nach dem Krieg nur mehr Karosseriebau möglich.

Franz Straka
Dezember 2007

Motordaten
Fabrikat
Hiero
Leistung
145 PS
Geschwindigkeit
105 km/h
Reichweite
650 km
Einsatzdauer
6,5 Std

Dipl. Ing. Ludwig Lohner (1858 - 1925)

MLG (Motoren - Luftfahrzeug - Gesellschaft mbH) 1912

Abmessungen
Spannweite (oberer Flügel)
16,2 m
Spannweite (unterer Flügel)
10,0 m
Gesamtlänge
10,85 m
Höhe
3,5 m
Leergewicht
895 kg
max. Startgewicht
1325 kg